Stadt im Wandel

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Studio-Logo Frage2Internet-TV-Studio, aus dem zu regelmäßigen Zeiten gesendet wird.
Es gibt unterschiedliche Themenangebote.
Hier zu sehen: www.lifestudio.ffbaktiv.de
Im Video-Archiv auf YouTube: www.youtube.com/ffbaktivstudio
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Gesprächsrunden der Sozialinitiative „Brucker Brücke – das Wir stärken“:
„Fürstenfeldbruck im Wandel – Young and Old for Future“
Aktiv werden für eine menschengerechte Stadt“.
Demokratische Bürgerbeteiligung – Sozialökologisches Leben – Gemeinwohlorientiertes Handeln
Alle zwei Monate gibt es eine „DemokraTisch in Bruck“-Gesprächsrunde, daneben das neue Veranstaltungsformat. Die neue Reihe widmet sich zu aktuellen Fragen der demokratischen Bürgerbeteiligung, des sozialökologisches Lebens und gemeinwohlorientiertes Handelns. Es geht uns um konkrete und konzentrierte Informationsvermittlung.
Die Brucker SZ berichtete am 20.8.19 über uns: www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-brucker-bruecke-im-internet-1.4568596

Freitags-Session oder Samstags-Session zwischen 18 und 19 Uhr.
Ausnahmen an anderen Tagen sind möglich.


Termine als Livestream im LIFEstudioFFB

Sendereihe „Was macht Corona mit uns?“ – FFB im Wandel – Young and Old for Future
Gespräche über die Auswirkungen der Pandemie und der Krisenmaßnahmen. Was erleben wir, was wünschen wir uns, was drängt uns zur Aktion und welche Alternativen gibt es?

Freitag, 5. Juni, 18.30 Uhr
Was macht Corona mit uns?
Pandemie-Schutzmaßnahmen kritisch betrachtet

Sendereihe zur Coronakrise.
Was erleben wir, was wünschen wir uns, was drängt uns zur Aktion und welche Alternativen gibt es?
Ein Zwiegespräch zwischen Jung und Alt über die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Fee Dürr und Inge Ammon unterhalten sich über die Folgen der Krisenmaßnahmen, über die Motive der Sonntags-Kundgebungen in Olching und über aktuelle Alltags-Erfahrungen und Hoffnungen.
Welche Erfahrungen machen beide Gesprächspartnerinnen? Was drängt beide dazu, aktiv zu werden? Wie wirken sich die Krisenmaßnahmen zwischenmenschlich aus? Welche Leiden verursachen sie? Mit welchen gesellschaftlichen und psychischen Schäden gehen sie einher? Welche Risiken gehen wir mit ihnen ein? Welche Hoffnungen haben beide für die Nach-Corona-Zeit? Welche gemeinschaftsbildenden Aktivitäten schlagen sie vor und welche Zukunftswünsche treiben sie um?
Fee Dürr ist Webprogrammiererin und Grafikdesignerin und organisiert sonntägliche Corona-Kundgebungen in Olching. Inge Ammon ist Friedens-Netzwerkerin, hilft im Asylkreis FFB mit und im Team der „Brucker Brücke – das Wir stärken“.

Demnächst:
Dritter Livestream der Sendereihe „Was macht Corona mit uns?“
zum Thema Schule, Kinder, Bildung

Stattgefunden haben folgende Sendungen:

Freitag, 8. Mai, 18 Uhr
„Nie wieder!“ – Den Viren dieser Zeit widerstehen
Eine Online-Demonstration gegen die Übel in der Welt
Der 8. Mai 1945 ist der „75. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus“ (nicht „Tag des Kriegsendes“ oder „Tag der Kapitulation“). „Nie wieder Krieg“ hieß die globale Losung der überlebenden KZ-Opfer des deutschen NS-Terror-Regimes. Sie gilt auch heute. Und wir ergänzen sie mit dem Appell für die Verhütung drohender Klima- und Wirtschaftskatastrophen sowie des weltweiten Rüstungswahnsinns. Das „braune Virus“, das die Welt ins Unglück des 2. Weltkriegs stürzte, bedroht uns immer noch.
Abgesehen von grassierender Dummheit plagen uns weitere Viren: Das Coronakrisen-Virus, das Klimakrisen-Virus, das Wirtschaftskrisen-Virus, das Aufrüstungs-Virus, das Virus der ungezähmten Kriegsgefahr und das Virus, das unsere Demokratie in arge Bedrängnis bringt. Ihnen setzen wir künstlerischen und geistig-kulturellen Widerstand entgegen, mit musikalischen und literarischen Beiträgen, Infos und Warnungen regionaler Künstler, Kulturschaffender, Sprecher von Initiativen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.
Dabei sind Prof. Christian Kreiß, Dr. Sven Deppisch, Willi Dräxler, Margot Simoneit, Herbert Markus, Julia und Klaus Zieglmeier. Sowie die Musikanten und Literaten Lisa Rubin, Günter Wagenpfeil, David Jäger, Werner Lutz, Theresa Hannig und Poetry-Slamerinnen im Verein „Turmgeflüster“.

Freitag, 20.3., 19 Uhr – FFB im Wandel – Rubrik “Wort&Tat“

IHR – uns fremd und feind !?
Eine Collage über die Gesichter des bösartigen Phänomens Fremdenhass und Rassismus.
Texte und Bilder über Vorurteile, Feindbilder und Gewaltbereitschaft, Macht, Besitz, Unterwerfung und andere Zivilisationskrankheiten. Gestern, heute und morgen.

Die Collage besteht aus vier Teilen:
A) Bösartige Phänomene
B) Gesicht zeigen, Stimme erheben
C) Alma Mater Criminalis
D) Es geht anders
Die Collage ist unser Beitrag im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die in FFB unter dem Motto „Gesicht zeigen – Stimme erheben“ stattfinden sollten. Fast alle Veranstaltungen wurden der Coronavirus-Ereignisse abgesagt.
Der Samstag, 21. März, ist der Internationale Tag für die Beseitigung rassistischer Diskriminierung.
Eine um lokale Ereignisse gekürzte Fassung (18 Min.) unter dem Titel „WIR – uns fremd und feind?“ ist hier zu sehen: https://vimeo.com/402888120


Sendereihe zur Fürstenfeldbrucker Kommunalwahl 2020

Wir präsentierten zur Stadtratswahl 2020 Brucker Parteien und Wählergruppen und befragten sie zu ihren Zielvorstellungen für unsere Stadt. Brucker Parteien/Wählergruppen stellten ihre wichtigsten Ziele für unsere Stadt vor. Im Anschluss beantworteten sie Fragen der Veranstalter.
Februar-Sonntage – 9., 16. und 23.2. – jeweils um 17.30 Uhr beginnt die Livesendung.
Rubrik: Bürgerratschlag – Wort & Tat
Wer wählt, gewinnt …?
Ein Wahlhilfe-Service für die Fürstenfeldbrucker Wählerschaft:
Die Termine der einzelnen Live-Sendungen:
Am Sonntag, 9.2., Sprecher von CSU und die SPD.
Für die Brucker CSU der Orts- und Fraktionsvorsitzender Andreas Lohde.
Für die Brucker SPD der Fraktionsvorsitzende Philipp Heimerl.
Am Sonntag, 16.2., Sprecher von BBV und Die Grünen. Für die Brucker Bürgervereinigung sprachen Christian Götz, Diplombiologe und 2. Bürgermeister, und Lisa Rubin, Studierende der Kommunikationswissenschaften. Für Bündnis 90/Die Grünen sprachen Christian Stangl, Gymnasiallehrer und Stadtrat, und Johanna Mellentin, Kulturwissenschaftlerin.
Am Sonntag, 23.2.,Sprecher von ÖDP und Die Linke.
Für die ÖDP-Ökologisch-demokratische Partei: Alexa Zierl, Unternehmerin und erste Brucker Radltaxi-Fahrerin, und Dieter Kreis, ÖDP-Kreisverbandsvorsitzender. Für die Parte Die Linke: Adrian Best, Student der Sozialpädagogik mit Zusatz Management, und Axel Lämmle, Unternehmer und Fahrschullehrer.

Freitag, 31.1., 19 Uhr – Rubrik: Wort & Tat
Dr. Sven Deppisch und seine Forschung zur dunklen Vergangenheit der Polizeischule Fürstenfeldbruck
Was geht uns die Geschichte dieser Polizeischule an?
Dr. Sven Deppisch sprach über sein Buch „Täter auf der Schulbank“ und stellte die zentralen Ergebnisse seiner Dissertation vor. Außerdem berichtete er darüber, was ihn dazu motivierte, die dunkle Vergangenheit der Polizeischule Fürstenfeldbruck zu erforschen. Nicht zuletzt erzählte er davon, welche Reaktionen er bisher erhielt und was sein Buch auslöste.

Dr. Sven Deppisch veröffentlichte 2017 im Tectum Verlag sein Buch „Täter auf der Schulbank. Die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei und der Holocaust“. Es basiert auf seiner Doktorarbeit und beleuchtet erstmals die Geschichte der Polizeischule Fürstenfeldbruck. Darin zeigt der Historiker, wie die Nationalsozialisten ihre führenden „Gesetzeshüter“ für den Holocaust trainierten. Hunderte Männer aus ganz Deutschland und Österreich besuchten dort spezielle Kurse, in denen die Ordnungspolizei sie zu ihren Offizieren ausbildete. Neben militärischem Drill und Paragraphen standen „Bandenkampf“ und Antisemitismus auf dem Lehrplan. Die Studie belegt nicht nur, dass zahlreiche Vertreter der oberbayerischen „Kaderschmiede“ an schrecklichen Massenverbrechen an Juden und anderen Opfern beteiligt waren. Darüber hinaus dokumentiert sie auch, dass viele Einsatzmuster, Denkweisen und Feindbilder das Kriegsende überdauerten, um in der Polizei der Bundesrepublik noch lange fortzubestehen. Insgesamt untermauert sie eine bittere Erkenntnis: Ohne die Polizei wäre der Holocaust nicht möglich gewesen.
„Täter auf der Schulbank“ entwickelte sich schnell zu einem „Bestseller der Geschichtswissenschaft“, der in der Fachwelt sehr positiv aufgenommen und u. a. als „a groundbreaking work“ bezeichnet wurde. Das Werk erfuhr bundesweit große Resonanz in Medien und Gesellschaft. So inspirierte es nicht nur Künstler, das Thema auf die Leinwand zu bringen. Auf Basis der Geschichtsstudie widmet sich auch eine eigene Ausstellung der Geschichte der Polizeischule Fürstenfeldbruck. Die Erkenntnisse von Deppischs Forschungsarbeit fließen sogar in die heutige Ausbildung von Polizisten in Bayern ein. Sie steht für eine Erinnerungskultur, deren Aufgabe es ist, alle blinden Flecken der deutschen Vergangenheit mutig aufzuarbeiten.
Dr. Sven Deppisch studierte Neuere und Neueste Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Politische Wissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Mit seiner Studie über „Die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei im Nationalsozialismus“ wurde er dort auch promoviert. Heute ist er als Lehrbeauftragter an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern – Fachbereich Polizei und im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing tätig. Neben seinem Buch „Täter auf der Schulbank“ veröffentlichte er weitere Schriften. Zu ihnen zählt z. B. der Aufsatz „Weimars dunkles Erbe. Der ‚Bandenkampf‘ in Ausbildung, Kultur und Einsatzpraxis der deutschen Polizei von der ersten Demokratie bis in die Bundesrepublik“, der in der Zeitschrift „Einsichten und Perspektiven“ (Heft 2/18) erschien, die von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit herausgegeben wird.

Freitag, 17.1.20, 19 Uhr – Rubrik: MenschenWürde
Die Armutsfalle – Hartz IV und die Folgen
Nach dem BGH-Urteil am 5.11. zur Hartz-IV-Sanktionspolitik diskutierten über ihre Erfahrungen mit betroffenen Menschen: Bettina Kenter, Autorin des Buchs „Heart´s Fear – Geschichten von Armut und Ausgrenzung“, Fredy Engelhardt von der Initiative zur Selbsthilfe für Betroffene mit geringem Einkommen isb und Mike Gallen von der Arbeitslosenseelsorge und dem Improtheater für Erwerbssuchende bei der Erzdiözese München. Sie diskutieren die Fragen: Wer macht diese Politik und mit welchen Mitteln? Wie wirkt sich diese Politik auf die Betroffenen aus? Welche guten und schlechten Erfahrungen werden bei der Betreuung, Beratung und Hilfeleistung gemacht? Wie weiter?
Hartz IV ist in Verruf geraten, die zunehmende Altersarmut zu befördern. Die Armut schreitet fort im Land. Auch im Brucker Raum. Die Schere zwischen armen und reichen Familien in Deutschland ist in den vergangenen Jahren weiter auseinander gegangen – und Leidtragende sind vor allem die Kinder. Arme Familien haben inzwischen preisbereinigt noch weniger Geld für ihre Kinder zur Verfügung als vor zehn Jahren, während sich reiche Familien immer mehr für ihren Nachwuchs leisten können. Dies geht aus einer Studie hervor, die der Paritätische Gesamtverband vorgelegt hat.
Im Evangelium des Matthäus heißt es sinngemäß: „Wer hat, dem wird gegeben, und wer wenig hat, dem wird auch das noch genommen.“ 1846 verzeichnete der »Brockhaus« erstmals den »neuerfundenen Begriff« des »Pauperismus« als Ausdruck dafür, dass »eine zahlreiche Volksclasse sich durch die angestrengteste Arbeit höchstens das nothdürftigste Auskommen verdienen kann«, bzw. »auch dessen nicht sicher ist«.
„Innerhalb eines Jahres ist die Anzahl der Menschen, die die Angebote der Tafeln nutzen, um zehn Prozent gestiegen. Aktuell kommen 1,65 Millionen Menschen regelmäßig zu den Tafeln. Besonders bei Senioren, die Rente oder Grundsicherung im Alter beziehen, ist der Anstieg mit 20 Prozent dramatisch.“ – Aus der Pressemitteilung der Deutschen Tafeln 12/2019.
Die Zahlen sind schockierend: Rund 650.000 Menschen in Deutschland haben keine eigene Wohnung, 48.000 von ihnen leben auf der Straße, Tendenz steigend.
„Ich habe dieser Tage in der Bundeshauptstadt einen Menschen getroffen, der freiwillig auf der Straße lebt, der sich dem wirtschaftlichen Gesamt-System entzieht, weil er die darin herrschende Empathielosigkeit und Kälte nicht mehr ertragen hat. Mit Carsten K. konnte ich ein spontanes Videointerview führen, das wieder einmal zeigt, dass man einen Menschen niemals nach seinen äußeren Lebensumständen beurteilen sollte. Dieser Mann hat mich völlig überrascht, seine Worte haben eine Weisheit und Klugheit … Uns allen wird ein gesellschaftlicher Spiegel vorgehalten, der unmissverständlich anregt, den menschenfeindlichen Raubtierkapitalismus endlich zu überwinden, zum Wohle aller Lebewesen auf diesem Planeten. – 19.-Min.-Video: https://youtu.be/7r73lzteKis
„Der Computer, auf dem ich diesen Text schreibe, ist aus China; das in ihm verarbeitete Coltanerz aus dem Kongo. Das T-Shirt, das ich trage, könnte sowohl aus Tunesien als auch aus der Türkei oder Indien kommen. Der Kaffee stammt aus Lateinamerika, die Cashewkerne daneben am Tisch aus Vietnam. Wenn ich gleich aufstehe, um in den Supermarkt zu gehen und den Wocheneinkauf für meine im Durchschnitt auf Hartz-IV-Niveau lebende Wohngemeinschaft zu machen, werde ich von Arbeitssklaven in Spanien produzierte Tomaten, Oliven aus Griechenland und – weil Anfang des Monats ist – eine Packung Schrimps aus jenen Aquakulturen erwerben, für die in Thailand schon 50 Prozent des Mangrovenwaldbestandes gerodet wurden.“ (Aus einem Kommentar auf www.kenfm.de/robert-fitzthum)
In Bayern sind 6,1 Prozent der Kinder von Armut betroffen, bundesweit sind es 13,3 Prozent. In Puchheim erhalten 16,1 Prozent der Kinder unter 15 Jahren und 9,4 Prozent der 15- bis 17-Jährigen Sozialhilfe. Im Landkreis liegen die Quoten bei 7,2 und 4,7 Prozent. Dazu kommt eine vermutlich hohe Dunkelziffer. So gelten in Bayern weitere 16,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen als armutsgefährdet. – https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/puchheim-hohe-kinderarmut-1.4708245
Laut einer Studie der Hochschule München klagen Befragte über Einsamkeit, fehlende Beratung und mangelnde Barrierefreiheit. „Wir leben alle in unserer Blase“ – https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/puchheim-viele-senioren-sind-arm-1.4714892
Aktuelle Zahlen und Infos:
http://www.o-ton-arbeitsmarkt.de/newsletter/anhaltend-hohe-erfolgsquoten-bei-widerspruechen-und-klagen-im-hartz-iv-system – und
https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Ueberblick/Ueberblick-Nav.html
Das „Manager-Magazin“: „Wie der Boom am Arbeitsmarkt wirklich aussieht Teilzeit-Republik Deutschland – das ist das wahre Jobwunder – Immer noch der größte Niedriglohnsektor Europas“: https://www.manager-magazin.de/politik/konjunktur/arbeitsmarkt-rekord-erwerbstaetigkeit-weniger-prekaere-jobs-a-1246271-3.html
Eine Auflistung mit dem Thema detailliert befasster und weiterführender Internetadressen und Dokumente: hier als PDF-Dokument.

Freitag, 20.12., 19 Uhr – Rubrik „Wort und Tat“
Tag der menschlichen Solidarität
Der 20. Dezember wurde im Jahr 2005 von der Generalversammlung der UN als Welttag der Solidarität erklärt, die laut der Vereinten Nationen zu den fundamentalsten und wichtigsten Werten der menschlichen Gesellschaft im 21. Jahrhundert zählt.
Lesung einer unweihnachtlichen Geschichte von Rudolf Leonhard: „Das jüdische Kind“ und drei satirische Lieder zum Jahreswechsel des Liedermachers Krysztof Daletski über die aktuelle Politik: „Circulus terroris“, „Wenn der Russe provoziert“, „Das Zwei-Prozent-Ziel“.
Rudolf Leonhard: Wie viele seiner Landsleute wurde der Schriftsteller im Herbst1939 interniert und verbrachte vier Jahre in verschiedenen Internierungslagern und im Gefängnis. Als einer der wenigen Deutschen gehörte er nach seiner Flucht aus dem Gefängnis der südfranzösischen Résistance an. – Infos: www.deutsche-biographie.de/sfz50385.html
Krysztof Daletski: Liedermacher und Sänger, gern zusammen mit seiner Tochter. – Infos: www.songs.dalitio.de und www.timezone-records.com/produkt-details/products/krysztof-daletski-ein-durakkord-schiene-mir-uebermut/backPID/shop.
Die Lieder:
Circulus terroris. „Circulus vitiosus“ ist der Teufelskreis. Einer der Teufelskreise, die in der modernen Politik inszeniert werden, besteht darin, Terror mit Terror zu bekämpfen. Es ist eine eigentümliche Logik, die die üblen Folgen eigenen Handelns als Begründung für die Notwendigkeit dieses Handelns anführt.
Wenn der Russe provoziert. Der Russe – ein ständiges Ärgernis. Die Älteren von uns können sicher mühelos an die gewachsene Russen-Angst ihrer Jugend anknüpfen, die im Kalten Krieg gang und gäbe war, wenn unsere Qualitätsmedien jetzt wieder hart mit den Provokationen Putins abrechnen.
Ein Sicherheitsexperte wirbt für das Zwei-Prozent-Ziel. Sie wissen nicht, warum Deutschland aufrüsten soll? Dann hören Sie sich mal den Sicherheitsexperten an. Der erklärt’s Ihnen!
Internationaler Tag der menschlichen Solidarität. Der 20. Dezember wurde im Jahr 2005 von der Generalversammlung der UN als Welttag der Solidarität erklärt. Diese zählt laut erklärter Auffassung der Vereinten Nationen zu den fundamentalsten und wichtigsten Werten der menschlichen Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Dieser Internationale Tag der menschlichen Solidarität soll an die Wichtigkeit erinnern, bei weltweiten Problemen gemeinsam zu agieren. Nur so können diese Herausforderungen gemeistert und Ziele erreicht werden. Die Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs in den Entwicklungsländern, um die Armut zu bekämpfen gehört, vordringlich dazu. Idealerweise sollten alle Nationen dies gemeinsam anstreben und unterstützen. Nach dem Prinzip der sozialen Ausgeglichenheit und Gerechtigkeit sollen diejenigen, denen es am besten geht, jenen helfen, denen es am schlechtesten geht. Wer am meisten profitiert, soll auch die größte Hilfe den Schwächsten zukommen lassen. Das wäre Solidarität unter den Menschen und daran soll dieser Welttag vor allem diejenigen, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen, ermahnen und zum Handeln aufrufen. Der Welttag der menschlichen Solidarität nimmt jedes Jahr an Bedeutung zu. Beispielsweise verarmten allein im Jahr 2009 durch die internationale Wirtschaftskrise 100 Millionen Menschen zusätzlich. Eine große und direkte Bedrohung stellt der globale Klimawandel für alle Erdbewohner dar. Die absehbare Knappheit von sauberem Trinkwasser, die Versorgung mit Nahrungsmitteln wird durch die immer öfter vorkommenden Naturkatastrophen bedingt und treffen am häufigsten und härtesten diejenigen, die bereits schon Not leiden. Sie sind am wenigsten darauf vorbereitet und können sich auch am wenigsten selbst helfen. Hier ist es an jenen denen besser geht, zu handeln. Große politische Ziele, wie die Verbesserung der Situation der Armen und Ärmsten dieser Welt und eine Eindämmung des Klimawandels sind eben nur gemeinsam zu erreichen. – https://dertagdes.de/jahrestag/Internationaler-Tag-der-menschlichen-Solidaritaet

Freitag 29.11., 19 Uhr – Rubrik „Wissen pflanzen“
Afrikanische Fluchtursachen
Afrika ist ein Nettogläubiger für den Rest der Welt, auch für Fürstenfeldbruck.
Interviews über Direktinvestitionen, Schulden und Kapitalflucht mit Léonce Ndikumana, Professor für Wirtschaft, Direktor des African Development Policy Program und Mitglied des Ausschusses für Entwicklungspolitik der Vereinten Nationen und David Goeßmann, Journalist, Autor und Mitbegründer von Kontext TV.
Im Anker-Zentrum in der Hasenheide müssen neben vielen anderen Staatsangehörigen dieser Welt, die den Fluchtweg nach Deutschland wählten, auch viele „Afrikaner“ unter relativ unwürdigen Zuständen auf ihre Eingliederung oder ihre Abschiebung warten. Abgesehen von mehreren Hilfevereinen und Solidaritäts-Initiativen hat Bruck nicht viel mit Afrika zu tun. Dennoch gab es in letzter Zeit Presseberichte und Aktivitäten, die sich mit Afrika befassten. Unter anderem wirbt der Landrat für Afrika-Solis in Form der Finanzierung von Bildungseinrichtungen vor Ort – ganz im Sinne der CSU-Regierungspolitik: „Kommunen sollen und wollen sich künftig stärker einbringen“. Die Rolle, die westliche Regierungen, multinationale Unternehmen und das internationale Bankensystem im Hinblick auf Kapitalflucht und Verschuldung in Afrika spielen, bleibt dabei unerwähnt. Doch in ihr finden sich die eigentlichen Fluchtursachen.
Wir zeigen zwei Interview-Teile zur Frage „Warum Afrika ein Nettogläubiger für den Rest der Welt ist“ mit Léonce Ndikumana, Professor für Wirtschaft, Direktor des African Development Policy Program und Mitglied des Ausschusses für Entwicklungspolitik der Vereinten Nationen.
Zu den Interviews heißt es: „Im ersten Teil untersuchen wir, wie sich ausländische Direktinvestitionen, Schulden und Kapitalflucht auf die afrikanische Wirtschaft auswirken. Im zweiten Teil untersuchen wir die Rolle, die westliche Regierungen, multinationale Unternehmen und das internationale Bankensystem im Hinblick auf Kapitalflucht und Verschuldung in Afrika spielen. Darüber hinaus sprechen wir über alternative Politik und individuelle Lösungen, die zur Verbesserung der Binnenwirtschaft der afrikanischen Länder beitragen könnten.“ – Die Interviews produzierte das Portal „actvism – information that moves“, München. Wir danken für die Sendeerlaubnis. Die Quellen-Webseiten: http://www.actvism.org/politics/afrika-prof-ndikumana und http://www.actvism.org/politics/warum-afrika-nettoglaeubiger.
Ein drittes Interview mit David Goeßmann, Journalist, Autor und Mitbegründer von Kontext TV. Vor kurzem erschien sein Buch „Die Erfindung der bedrohten Republik. Wie Flüchtlinge und Demokratie entsorgt werden“: Die Lösung für die Klimakrise wie für die Hungerkrise mit fast einer Milliarde Unterernährten und vielen Millionen Toten jedes Jahr liege primär im Globalen Süden selbst. Die Lebensräume müssten geschützt und den Menschen eine Lebensperspektive ermöglicht werden. Wenn die Industriestaaten die Mittel dafür nicht bereitstellten, ihren Kurs beim Klimaschutz nicht massiv änderten, werde das Massensterben in den Entwicklungsländern weiter zunehmen und die Fluchtkrise eskalieren. – Das Interview produzierte http://kontext-tv.de/de/sendungen/klimachaos-als-fluchtursache-was-tun.
Brucker Presseberichte und Veranstaltungen zum Thema Entwicklungshilfe und Solidaritätsaktionen für Afrika:
17. Dezember 2018: Veranstaltung von „Demokratisch in Bruck“: Gemeinsam gegen die Lebensmittel-Überproduktion. Bei einer Diskussion der Brucker Brücke mit Vertretern vom Biolandwirt bis zum Bund Naturschutz geht es um Verschwendung, falsche Förderpolitik und die Macht, die der Verbraucher hat. Doch Konsumenten sind sich ihres Einflusses oft gar nicht bewusst … Der Slow-Food-Sprecher spielt auf geplante Überproduktion und Lebensmittelexporte nach Afrika an, wo die heimische Landwirtschaft mithilfe von EU-Subventionen vernichtet werde. „Da ist die Politik mit aufgefordert, das zu ändern“, Ansätze dafür sehe er aber leider keine.
18. Januar 2019: Pressebericht: Karmasin steht zu Afrika-Soli.
26. März 2019: Pressebericht: Schulen für die Welt. Der Landkreis will in die kommunale Entwicklungshilfe einsteigen und vor allem in Afrika dem Migrationsdruck mit Bildungsprojekten entgegenwirken … Schnitzereien aus Togo gehören ebenso zum Angebot in Andreas Kopps neuem Afrika-Laden wie Lebensmittel.
2. September 2019: Pressebericht: Afrika zum Anfassen. Die Maisacher Togohilfe zieht mit Laden und Vereinsbüro an den Viehmarktplatz.
13. September 2019: Pressebericht: Schulen für Togo, Know-how für Nahost. Entwicklungszusammenarbeit gilt nicht mehr nur als nationale Angelegenheit. Auch die Kommunen sollen und wollen sich künftig stärker einbringen. Bereits bestehende zivilgesellschaftliche Initiativen sollen eingebunden werden.
9. Oktober 2019: Theateraufführung „Die Weißen kommen. Ein Theaterstück über Afrika. Über uns“ der BERLINER COMPAGNIE. Kolonialismus und anhaltende Ausbeutung in Afrika.
28. November 2019: „Mensch vor Profit – es braucht ein Lieferkettengesetz“. Veranstaltung des Nord-Süd-Forum FFB und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Landesbezirk Bayern. Das Gesetz will Unternehmen, die für Schäden an Mensch und Umwelt verantwortlich sind, haften lassen. Geschädigte sollen auch vor deutschen Gerichten ihre Rechte einklagen können.
Weitere Informationen:
Deutschland müsse „bereit sein zu Waffengeschäften mit Afrika“, fasst ein Medienbericht zusammen. Zu den afrikanischen Partnerländern der Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung gehören die Sahel-Länder Burkina Faso, Mali und Niger – https://www.heise.de/tp/features/Afrika-Merkel-fuer-mehr-deutsche-Ertuechtigungs-Ruestung-4597747.html
Afrikanische Staaten wollen Frankreichs Finanz-Kolonialismus beenden – Seit ihrer „Unabhängigkeit“ müssen ehemalige französische Kolonien ihre Devisenreserven bei der französischen Zentralbank lagern und eine Kolonialwährung, den CFA-Franc, akzeptieren. Nun streben 14 afrikanische Länder nach finanzieller Unabhängigkeit von Frankreich … die Beendigung des monetären Kolonialismus ist ein notwendiger Schritt, damit Afrika mehr wirtschaftliche Souveränität erlangen und seine entstehenden Binnenmärkte stärken kann. Ohne finanzielle Souveränität kann von „Unabhängigkeit“ ohnehin keine Rede sein. – Quelle: https://www.pressenza.com/de/2019/11/wahre-unabhaengigkeit-afrikanische-staaten-wollen-frankreichs-finanz-kolonialismus-beenden
„Compact with Africa“ – Bundesregierung will Investitionsschub in Afrika … Mit Compact with Africa will der Bund der chinesischen Wirtschaftsoffensive Paroli bieten. Unternehmen sollen sich stärker in Staaten wie Togo oder Ruanda engagieren … Das Wirtschaftsministerium teilte mit, dass deutsche Unternehmen 2018 knapp zwei Milliarden Euro in Afrika investiert hätten. In diesem Jahr sehe es ähnlich aus. Und Merkel erwähnte, dass es bereits 230 Anträge für ein neues Kreditprogramm für Mittelständler gebe. – https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-11/compact-with-africa-investoren-konferenz-angela-merkel
Sechs afrikanische Staatspräsidenten rütteln an den Ketten des neoliberalen „Washington Consensus“ https://weltsolidaritaet.blogspot.com/2019/12/sechs-afrikanische-staatsprasidenten.html
„Wir brauchen ein neues Kapitel der Beziehungen zwischen Europa und Afrika“, sagt der bayer. Ministerpräsident Markus Söder.
 „Selbstredend, dass Bayern da eine wichtige Rolle spielen soll. Das Afrikabüro, das nun das weltweite Netzwerk bayerischer Vertretungen und Anlaufstellen ergänzt, soll nichts weniger sein als „der Mittelpunkt einer groß angelegten Strategie“ …“ – https://www.sueddeutsche.de/bayern/afrika-soeder-bayern-1.4410501 und https://www.ovb-online.de/rosenheim/chiemgau/schleuser-reden-paradies-13216093.html
„Neues #Freihandelsabkommen mit Afrika“. Ruinieren wir alle lokalen Strukturen? 14.3.19: Vortrag von Prof. Dr. Heiner Flassbeck Wirtschaftswissenschaftler und Buchautor, „Neues #Freihandelsabkommen mit Afrika“. Ruinieren wir alle lokalen Strukturen? Wieder einmal wird fernab der Öffentlichkeit ein großes #Freihandelsabkommen verhandelt – #Afrika soll sich der #neoliberalen Doktrin unterwerfen. In seinem Vortrag beleuchtet er u.a folgende Frage: Welche Folgen hat es für die afrikanischen Bauern und lokalen Strukturen? Befeuern wir dadurch die #Flucht von Menschen aus ihrem Heimatland? Was können wir tun? Vortrag (2 Stunden) bei der ÖDP München: https://youtu.be/4tUWXRqu31c
Stellungnahmen von Nord-Süd-Forum FFB zum „1000 Schulen”-Vorschlag von Landrat Karmasin: „Wir haben uns dazu beraten und im Mai eine Stellungnahme abgeschickt. Ähnlich haben wir mündlich argumentiert gegen den von Frau Kopp vorgetragenen Vorschlag für 10 Schulen in Togo für jeweils rund 50.000 € nur für den Bau! In den letzten Monaten gab es von unserer Seite dazu Gespräche mit MitgrantInnen und auch mit Herrn Schrodi (MdB-SPD). Offenbar gibt es Überlegungen (die auch von der SPD im Kreistag angestoßen wurden), die kommunale Entwicklungszusammenarbeit zu stärken u.a. mit einer Fachkraft im Landkreisamt. Mal sehen, ob die Herrschaften auch mal daran denken, die jahrzehntelangen Erfahrungen von Gruppen und Vereinen im Landkreis einzubeziehen. Übrigens ist Campo Limpo offiziell ein Unterstützer der Kampagne für ein Lieferkettengesetz.“ – gez.: W. Ulbrich, Nord-Süd-Forum FFB
Infos zur Thematik auf „FFBaktiv.de: https://www.ffbaktiv.de/?s=afrika.
Von den nichteuropäischen Ausländern stammen im Landkreis Fürstenfeldbruck 1765 aus Afrika.

Samstag, 16.11., 19 Uhr – Rubrik: Bürgerratschläge
„Fridays for Future“: Aussitzen geht gar nicht!
Zwei Schülerinnen der Brucker Gruppe von „FfF“ berichten von den Plänen der Bewegung, ihrer Stadtgruppen-Gründung und erzählen, was sie persönlich motiviert hat. Ihre Gesprächspartner tauschen mit ihnen Erfahrungen, Wissenswertes und offene Fragen aus.
Eine aktuelle Erklärung von mehr als 11.000 Wissenschaftlern warnt: “Klimakettenreaktionen könnten erhebliche Störungen der Ökosysteme, der Gesellschaft und der Wirtschaft verursachen und möglicherweise große Teile der Erde unbewohnbar machen.” Naomi Klein sagt in ihrem neuen Buch: „Junge Menschen auf der ganzen Welt sprechen von einer tiefen Sehnsucht nach einer Zukunft, die sie zu haben glaubten, die aber mit jedem Tag mehr dahinschwindet, an dem die Erwachsenen angesichts des Ernstfalls nur tatenlos abwarten.“
Es geht um Fragen wie: Tun wir genug für unsere Kinder? Kann unser Wirtschaftssystem „Future for Young and Old“ gewährleisten? Wie kann eine sozial-ökologische Wende aussehen? – Infos von FfF: https://fridaysforfuture.de und zur ECI: https://eci.fridaysforfuture.org/de

Freitag 1.11., 19 Uhr – Rubrik: Wissen pflanzen
„Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft“
Christian Kreiß, Finanzökonom, stellt sein neues Buch vor. In ihm geht es um die Fragestellung eines Advocatus Diaboli: Wenn Mephisto, die bekannte Figur aus Goethes „Faust“, unsere Wirtschaftsgesetze machen könnte, was würde er dann tun? Er will das Menschengeschlecht so stark wie möglich schädigen. Wie kann man das am besten tun? Wie kann man die Regeln, die Gesetze, die Wirtschaftsordnung, so gestalten, dass die Menschen geschädigt werden? Wichtig ist dabei, dass wir es nicht durchschauen. Denn wer würde heute schon ganz offen für schlimme Pläne sein? Wie würde solch ein mephistophelischer Plan also konkret aussehen und umgesetzt? Es werden die wichtigsten Ziele Mephistos beschrieben. Dann wird untersucht, auf welchen Grundannahmen die heutigen Wirtschaftswissenschaften aufbauen. Die Auswirkungen dieser Annahmen auf das reale ökonomische Leben und die Gesellschaft werden aufgezeigt und die Mittel, wie das erreicht wird. Es folgt ein Blick auf gesellschaftliche Bereiche jenseits der Ökonomie und am Schluss werden Wege in eine menschliche, nicht-mephistophelische Wirtschaft aufgezeigt und wie eine solche Welt aussehen könnte. – Mit einer musikalischen Ergänzung von Krysztof Daletski: „De Avaritia“.
Christian Kreiß beginnt seinen Befund mit folgenden Sätzen: „Das Hauptziel Mephistos ist, uns Menschen nicht zu fördern, sondern zu schaden. Also beispielsweise statt die Ideale der französischen Revolution, Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit, deren Gegenteil anzustreben: Unfreiheit, Ungleichheit und Unbrüderlichkeit … Wenn die Pläne, Analysen und Diagnosen falsch sind, werden auch die gesellschaftlichen Folgen falsch und schädlich sein. Deshalb ist der allererste und wichtigste Ansatz von Mephisto, die Theorien, das Denken auf eine unheilvolle Bahn zu lenken … Wenn die Theoriegebäude der Ökonomen auf schlechten oder unheilvollen Grundannahmen aufgebaut sind, folgen die schädlichen gesellschaftlichen Ergebnisse von ganz alleine … Mephisto reibt sich die Hände: Der unlimitierten Gier und Vermögensanhäufung werden keinerlei Schranken gesetzt.“
Prof. Dr. Christian Kreiß, geb. 1962, Studium und Promotion in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte, arbeitete neun Jahre als Bankier, davon sieben Jahre als Investmentbanker. Seit 2002 unterrichtet er als Professor an der Hochschule Aalen Finanzierung und Volkswirtschaftslehre. Christian Kreiß veröffentlichte bisher vier Bücher und zahlreiche Artikel, u.a. im Spiegel, in der Süddeutschen Zeitung, der FAZ und der Welt. Er hält Vorträge und tritt auch im Deutschen Bundestag als unabhängiger Experte auf. Seine Webseite: http://menschengerechtewirtschaft.de. Hier kann das Buch auch kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Fr, 25.10., 18.30 Uhr – Rubrik: Bürgerratschlag
Es lebe der Sport – bloß welcher? Was steht für sinnvollen Sport?
Der Brucker Zeitzeuge Klaus Zieglmeier lädt ein zum Gespräch auf Augenhöhe. Seine Gäste waren aktive Brucker Sportler und teilweise Funktionäre ihrer Vereine:
Sportbeirat Nikolaus Gnam vom TC FFB; Iwan Severinac vom TSV West; Alfred Thurner vom SCF; Manuel Vilgertshofer vom EVF.
Richtig betriebener Sport ist Füllhorn positiver Effekte für den Einzelnen und die ganze Gesellschaft. Seine nützlichen Folgen sind zahlreich und zum Teil wissenschaftlich nachgewiesen. Dazu gehören positives Selbstwertgefühl, Kommunikationsfähigkeit und -möglichkeit, Erwerb von Strategien für positives Sozialverhalten, wesentlicher Kitt in der heutigen Gesellschaft, eines der besten Felder für gelebte Integration, sinnvolle Umorientierung der innerartlichen Aggression, bewährtes Gegengewicht zur virtuellen Welt, Selbstbestimmung, Leistungsmotivation und Stressstabilität und nicht zuletzt Spaß und Freude an der Bewegung. Die Reihe der belastungsreduzierenden und ressourcenstärkenden Wirkungen lässt sich beinah beliebig fortsetzen. Für derart sinnvollen Sport ist die Unterstützung des Staates Gebot (u. a. Art. 57 Gemeindeordnung in Bayern). Diese Debatte soll der Hinwendung zum sinnvollen Sporttreiben dienen. Der heutige „Zirkus- und Kommerzsport, die Geldmeisterschaften“ sind äußerst kritisch zu hinterfragen. Sinnvolles Leistungsstreben mit eigener Nachwuchsarbeit und breitensportliche Entwicklung dagegen sind herauszustellen mit dem Ziel: Motivation zum lebenslangen Sporttreiben.

Freitag, 18.10., 18.30 Uhr – Rubrik: Bürgerratschlag
Der Brucker Zeitzeuge Klaus Zieglmeier lud ein zum Gespräch auf Augenhöhe.
Wie geht es den Geflüchteten im Brucker Ankerzentrum und danach?
Seine Gäste waren Hans Sautmann vom Asylkreis Eichenau und Willi Dräxler als Migrationsreferent der Stadt.
Im August war im Bayernteil des „Merkur“ zu lesen: „Seit einem Jahr gibt es in Bayern Ankerzentren – die Kritik von Ehrenamtlichen und Flüchtlingsorganisationen ist nach wie vor groß. Die Unterbringung dort sei menschenunwürdig, betonen sie – und fordern die Abschaffung der Massenunterkünfte.“ Auch das Brucker Zentrum bietet Anlass zur Kritik.
Klaus Zieglmeier ist Sportwissenschaftler, Autor zahlreicher Bücher, deren Grundlage die freiheitlich demokratische Grundordnung ist. Die Themen sind breit gefächert. Von Satire zu jeweils aktuellen städtischen Themen, über Kybernetik als Gesellschaftswissenschaft und vor allem über sinnvollen, lebenslangen Sport. Dies als Gegenpol zu Zirkus- und Kommerzsport und aktuell gegen „Geldmeisterschaft“. Er war 16 Jahre im Vorstand des EVF und 16 Jahre Stadtrat.
Bericht im Brucker Tagblatt vom 18.10.19: www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-ort65548/fuerstenfeldbruck-bayern-brucker-bruecke-beschaeftigt-sich-mit-gedenk-kultur-13129817.html

Donnerstag, 10. Oktober, 19 Uhr
Übertragung der Gesprächsrunde „DemokraTisch in Bruck“
Fürstenfeldbruck: Von der Militärstadt zur Friedensstadt?
Demokratische Gedenkkultur aktiv untermauern
Das Ziel der weltweiten Abrüstung findet ihr Pendant in einer lokalen Politik, die ihm friedenspädagogisch und beispielgebend den Weg ebnet. Eingeladen sind FFB-OB Erich Raff, Rolf Bader, Landsberg (Regionalgruppe „Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung/IPPNW“), Dr. Sven Deppisch, Klaus Zieglmeier und andere. – Mehr Infos auf der Seite „DemokraTisch in Bruck“.

Freitag, 4.10., 19 Uhr – Rubrik „Wort & Tat“
Psychotrauma – Auslöser und Folgen. Hilfe für traumatisierte Menschen

Bernd Willkomm berichtete über die Ursachen und Folgen von Traumatisierungen und von den Möglichkeiten moderner Traumatherapien.
Bernd Willkomm, Psychologischer Psychotherapeut, Psychotraumatherapeut, Notfallpsychologe, wohnt in Fürstenfeldbruck, ist Mitglied im Behindertenbeirat der Stadt und in der Flüchtlingsbetreuung tätig. Er arbeitete im Jahr des Olympia-Attentats 1972 als Student im Pressekorps der Olympiade mit. Der Diplompsychologe leitete am Flugmedizinischen Institut der Bundesluftwaffe unter anderem die Krisenintervention der Bundeswehr nach dem ICE-Unglück von Eschede. Er führte ein deutsches Kriseninterventionsteam, das im September 2001 die Angehörigen deutscher Firmen in New York betreute, und begleitete die Tornado-Piloten der Bundeswehr bei ihrem ersten Kampfeinsatz über dem Kosovo. Seine Studien und seine therapeutische Praxis galten seither den traumatisierten Opfern von Kriegsfolgen und Katastrophen, bis hin zu den bei uns Zuflucht suchenden Flüchtlingen.
Mehr erfahren kann man über die Arbeit von Bernd Willkomm in diesen beiden ausführlichen Zeitungsartikeln der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 13. und 14.3.2004:
https://www.faz.net/aktuell/notfallmedizin-nuechtern-zusammenfassen-was-geschehen-ist-1147426.html
https://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/notfallmedizin-entscheiden-wie-im-krieg-1145618.html

Freitag, 20.9., 19 Uhr – Rubrik: „Demokratie machen“
Präsentation der Bürgerbeteiligungs-Software CONSUL – für Kommunen und Verbände
Bürgerbeteiligung in den Kommunen.
Es gibt Städte, die von ihren Bürger*innen regiert werden. Städte, in denen Menschen gemeinsam mit ihren Regierungen debattieren und die besten Lösungen für die Gesellschaft vorschlagen, mit denen sie fortfahren möchten. Dies ist mit „Consul“ möglich – einem internationalen Großprojekt, das von den für Bürgerbeteiligung zuständigen Institutionen konzipiert wurde. Mit der Software „Consul“ haben Bürger*innen und Behörden eine sichere und zuverlässige Internet-Plattform, die kostenfrei alle Arten von partizipativen Prozessen unterstützt: Bürgervorschläge, Debatten, Bürgerhaushalte, Interviews, Umfragen, Abstimmungen etc. Es schafft ein Umfeld, in/an dem alle Bürger teilnehmen können. Zum Beispiel „Bürgervorschläge“: Alle Einwohner können Vorschläge zur Verbesserung der eigenen Stadt einreichen. Andere können diese Vorschläge unterstützen. Sobald ein bestimmtes Quorum erreicht ist, kann der Vorschlag zur Abstimmung gestellt werden. Zum Beispiel „Bürgerhaushalt“: Die Bürger*innen schlagen vor und entscheiden, wie ein Teil des Verwaltungsbudgets ausgegeben wird. Jede Person kann einen Vorschlag machen und für die Initiativen anderer stimmen. Die Vorschläge, die die meisten Stimmen erhalten, werden umgesetzt.
Die Open-Source-Software präsentiert Simon Strohmenger (Sprecher im Landesvorstand von „Mehr Demokratie e.V. Bayern“, Beratung von Bürgerbegehren, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit).
Am Gespräch beteiligten sich Karl Busl (Mehr Demokratie e.V.) und Andreas Rothenberger (Stadtrat FFB, Referent für Bürgerbeteiligung).
Infos zu CONSUL auf https://www.mehr-demokratie.de/themen/beteiligungs-software-consul

Samstag, 14.9., 17 Uhr – Rubrik: „Demokratie machen“
Demokratie – aber wie?
Anlässlich des INTERNATIONALEN TAGES DER DEMOKRATIE am 15. September
Video-Interview mit Gerald Hüther, Neurobiologe, über Demokratie und Konsumgesellschaft, den Zwängen, denen der Einzelne unterliegt und den Voraussetzungen für eine freie Gesellschaft.
Ihm folgt eine kurze Darstellung über das Modell des „Kommunalen Beteiligungshaushalts“ in Porto Alegre, Brasilien. Die Übersichtsfolien zum Bürgerhaushalt in Porto Alegre stammen aus der Dokumentation „Stärkung der Zivilgesellschaft: Der Beteiligungshaushalt von Porto Alegre/Brasilien“ von Prof. Dr. Antônio Inácio Andrioli (2003), Vizekanzler der Federal University of the Southern Frontier (UFFS), Brasilien.
»Anlässlich des Tages der Demokratie fordere ich alle Regierungen auf, das Recht auf aktive, substantielle und sinnvolle Beteiligung zu respektieren; und ich grüße alle von euch, die unermüdlich daran arbeiten, dies zu verwirklichen.« – UN Secretary-General, António Guterres.
Das Vertrauen in die Politik bröckelt und einfache Lösungen gewinnen an Zulauf. Der Einfluss von Konzernen auf die Gesetzgebung und die soziale Ungleichheit wachsen. Dazu stehen uns mit zukünftigen Entwicklungen, wie z.B. der Digitalisierung, große Veränderungen bevor. Viel zu viel wird hinter den Kulissen verhandelt – Ergebnisse werden uns als alternativlos präsentiert. Der bundesweite Verein „Mehr Demokratie“ und der Verein „AcTVism Munich“ werfen Fragen auf, die von der Politik kaum selbst gestellt werden, suchen nach Antworten und haben mit renommierten nationalen und internationalen Experten/innen Video-Interviews geführt.
Infos: Das Video mit Gerald Hüther, Neurobiologe, bekannter Buchautor und Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung (www.akademiefuerpotentialentfaltung.org), stammt aus der Interview-Reihe „Perspektiven der Demokratie – Herausforderungen und Potenziale“, produziert vom Verein „AcTVism Munich“ (www.actvism.org/politics/gerald-huther). Wir empfehlen zwei Erläuterungs-Videos über Erfahrungen mit kommunalern Bürgerhaushalten. Ein Video veröffentlichte die Internet-Plattform „Bürgerhaushalt“ (www.buergerhaushalt.org/de), ein weiteres das ZKM Karlsruhe (https://zkm.de/de).

Samstag, 7.9., 17 Uhr – Rubrik: „Leben im Wandel“
Engagiert für gerechten Welthandel, Bürgerrechte, Frieden und Klimaschutz
Wir zeigen die geniale Interpretation der zwei Beatles-Klassiker „Norwegian Wood“ und „Eleanor Rigby“ der Band VINCENT ROCKS. Die Liveaufnahme entstand anlässlich des Tags der kulturellen Vielfalt (Aktionstag der UNESCO) und Kulturtags gegen die Handelsabkommen TTIP, CETA, TiSA & Co. (Aufruf des Deutschen Kulturrats).
Zusätzlich zeigen wir Kurzvideos, die sich aktuellen globalen Problemen widmen, die unser gemeinsames Handeln erfordern.
Elf Brucker Organisationen veranstalteten 2015 ein Konzert für „Demokratie & Bürgerrechte. FÜRSTENFELDBRUCK ROCKT gegen die Handelsabkommen TTIP, CETA, TiSA & Co., für gemeinwohlorientierte Wirtschaft und demokratische Bürgerrechte“. Von der Veranstaltung existieren mehrere Videodokumente in unserem Videoarchiv.
„Vincent Rocks“ Bandleader war Paul Vincent Gunia. Konzept der Band war es, unterschiedlichste Elemente der Musikgeschichte mit Rocksounds zu verbinden. So waren im Programm der Band neben eigenen Stücken sowohl neu arrangierte Beatles-Songs als auch Mozart oder eine Blues-Version des Brecht/Weill Klassikers „Die Moritat von Mäckie Messer“ zu hören. Am 25. Oktober 2016 starb Paul Vincent Gunia unerwartet an den Folgen eines schweren Herzinfarkts, was zur Auflösung der Band führte.
Die folgenden Videos:
#Warum das „Mercosur-Abkommen“ das neue TTIP ist! 1,38 Min.
#KILEZ MORE – MEDIALE KUGELN [Official HD Video] 6,08 Min.
#Kilez More – Klimawandel Klimalüge, Klimaschwindel 5,20 Min.
#Kilez More – Wir brechen das Schweigen! FreeAssange! [engl. subs] 4,45 Min.
#CONSUL – Bürgerbeteiligungsplattform digitale Demokratie 8 Min.
#Kilez More – FRIEDENSBEWEGUNG [Voice of Peace 06.09.19] 3,40 Min.
#Imagine (UNICEF World Version) 3,16 Min.
#Kilez More ft. Morgaine & Äon – WIR KÖNNTEN 3,40 Min.
Infos zu den Kurz-Videos:
Kilez More ist ein österreichischer Rapper. Seine Tracks handeln von gesellschaftliche Themen. Er trat auf Mahnwachen und Demonstrationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf.
CONSUL: Die neue kostenlose Software hebt die Bürgerbeteiligung auf ein höheres Niveau. Die von der UN ausgezeichnete Open Source-Software namens „Consul“ kommt in 34 Ländern und in mehr als 100 Städten und Organisationen zum Einsatz. Nun steht sie auch in Deutschland in den Startlöchern. Wir stellen sie am 20.9. im „LIFEstudioFFB“ vor.

Samstag, 24.8., 17 Uhr – Rubrik: „Machbarschaft“
„JO WÁ – Zusammen kommen und zusammen leben!“
Wir zeigten den Film eines Musik-Theater-Ereignisses aus dem
Jahr 2017.
Dem 37-Minuten-Film folgte ein Kontext-TV-Gespräch mit dem nigerianischen Flüchtlingsaktivisten Rex Osa über den verschärften Kampf der EU gegen Flüchtlinge.

Vor zwei Jahren veranstaltete der Verein Eine-Welt-Zentrum FFB in der Fürstenfeldbrucker Kulturnacht am 1. Juli ein Musiktheater von Stephan Lanius, AsylArt eV München. Das mobile Musik-Theater-Projekt trat auf mit der Kurzfassung einer einstündigen Begegnung afrikanischer und europäischer Lebenswirklichkeiten. John Awofade Olugbenga, ein nigerianischer Musiker, erklärt das Gemeinschaftsleben seines Heimatlandes. Stephan Lanius stellt ihm mit Fabeln aus der Antike europäisches Denken gegenüber. Wir hatten das Theater-Ereignis im Video festgehalten und in unser Archiv gestellt. Rassismus ist nach wie vor ein drängendes Zeitproblem. Aus diesem Grund zeigen wir das Musiktheater erneut.
Der Sendung stellen wir diese Informationen zur Seite:
Basierend auf Mitgefühl, Respekt vor anderen und dem Glauben an ein gemeinsames Band, das die ganze Menschheit verbindet, ist Ubuntu eine Philosophie und eine Lebensweise im subsaharischen Afrika. Seit jeher sind Völker wie die Bantu, Bakongo, Zulu und Xhosa Südafrikas, die Yuruba und Ausa Nigerias durch diese Werte verbunden, wenn auch in einer Vielzahl von Sprachen und Dialekten. Könige, Königinnen und Stammesführer, wie Sundiata Keita in Mali und Königin Nzinga in Angola, engagierten sich für die Verbesserung der Gesellschaft und die Bekämpfung der Sklaverei auf der Grundlage von Werten der Solidarität und Brüderlichkeit und zeigten, dass es trotz interner Konflikte immer einen anderen Weg zur Wahl gab. Tatsächlich ermahnt uns Ubuntu, einander zu unterstützen und zu helfen und sagt: „Ich bin, weil wir sind“ und „Ich bin, was ich bin, weil wir alle sind“. Die Philosophie des Ubuntu inspirierte Gandhi während seines Aufenthaltes in Südafrika und Nelson Mandela im Kampf gegen die Unterdrückung seines Volkes. Es ermöglichte ihm, ohne Rache und Blutvergießen dem wilden Regime der Apartheid zu entkommen, und schuf das außerordentliche Instrument der Wahrheits- und Versöhnungskommission, ein Beispiel, dem später andere Völker folgten. (Autor: Valentin Mufila, ursprünglich aus dem Kongo, Musiker, Sänger und künstlerischer Leiter) – www.pressenza.com/de/2018/11/afrika-eine-geschichte-zum-wiederentdecken-10-die-philosophie-von-ubuntu.

Samstag, 10.8., 17 Uhr – Rubrik: „Erinnern und gestalten“
Mit dem Herzen stolpern: Ein Gedenkstein für Kurt Schroeter in Gröbenzell
Wir zeigten die Kopie einer Livestream-Video-Veranstaltung, die 2012 gemacht wurde. Durch unglückliche Umstände wurden damals alle Speicherungen gelöscht. Jahre später wurden wir in einem Internet-Archiv fündig und konnten von dort eine Kopie herunterladen. Leider hat sie eine schlechte Qualität, stellt aber ein außerordentliches Dokument dar. Es ging im Gespräch um das Tagebuch des in Auschwitz ermordeten Kurt Schroeter, „Tage, die so quälend sind“, herausgegeben vom Kovar-Verlag. Gesprochen wurde auch über die Geschichte der Stolperstein-Verlegung in Gröbenzell zu seinem Gedenken. Diese Sendung wurde mit dem damaligen Gröbenzeller Gemeinderat Michael Schrodi, dem jüdischen Verleger des Buches Roman Kovar und Dionys Zehentbauer vom Sozialforum Amper gemacht.
Dem Videodokument folgte eine Lesung aus dem Tagebuch von Kurt Schroeter.
Folgende Erläuterungen stellen wir der Sendung zur Seite:
Die Jahre der faschistischen Diktatur in Deutschland vernichteten Millionen unerwünschter Mitbürger. Darunter Juden, Sinti/Roma, Gewerkschafter und politische Dissidenten aller Art, Widerständler, Pazifisten und Kriegsdienstverweigerer, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Euthanasieopfer, sozial, geistig und körperlich Behinderte sowie kriminell Gewordene.
Bruck war als Militärstadt ein wichtiger Baustein des NS-Regimes. Seine Geschichte ist noch heute mit unaufgearbeiteten Makeln behaftet: Der ehemalige Militärflugplatz, dessen Geschichte überwiegend positiv dargestellt wird. Die Polizeischule, die dem NS-Regime als Mordmaschine diente. Die Nazi-Straßennamen, die von der Stadtratsmehrheit als tolerierbar bezeichnet werden. Die Weltkriegs- und Luftwaffenmahnmale, die den Widerstand verschweigen. Die unselige Idee, ausgediente Düsenjäger als Denkmale anzukaufen. Die Brucker Waffen/Rüstungsfirmen ESG und Schleifring, als Steuergeldgeber gerne akzeptiert.
Auch im Brucker Landkreis lebten jüdische Mitbürger, die der Verfolgung, Vertreibung und Ermordung ausgesetzt waren. Erst 2012 setzte der Gröbenzeller Gemeinderat einem von ihnen mit der Stolpersteinverlegung ein Symbol der Erinnerung. Andere Kommunen und Städte unseres Landkreises sind diesem Beispiel bislang nicht gefolgt.
In einem Bericht des „Kreisboten“ vom 22.3.2012 heißt es:
„Wir wollen hier ein Gedenken etablieren, ein Gedenken an Kurt Schroeter“ … der Stolperstein, den der Kölner Künstler Gunter Demnig setzte, ist ein weiteres Zeichen von Respekt gegenüber den Opfern der nationalsozialistischen Herrschaft von 1933 bis 1945 … Im Falle Gröbenzells ist dies der 1882 in Berlin geborene Kurt Schroeter, der im Juli 1923 in den Ort kam. In Gröbenzell lebte er bis 1937, ehe Schroeter nach Amsterdam emigrierte. Im Herbst 1942 begann er in Tagebuch zu führen, um seiner Familie die Erinnerung an ihn zu bewahren. Über das Amsterdamer Ghetto, das Konzentrationslager Herzogenbusch nahe der Stadt Vught führte Schröter der Weg nach Auschwitz. Dort starb er am 2. Januar 1944 … Der Stein wurde am 22. März in der Gröbenzeller Bahnhofstraße nahe des S-Bahnhofes gesetzt.
Buch: Roman Kovar Verlag, http://kovar-verlag.com
Der Bericht im Kreisboten: www.kreisbote.de/lokales/fuerstenfeldbruck/spaete-erinnerung-holocaust-opfer-groebenzell-stolperstein-kurt-schroeter-2586184.html
Informationen: https://www.planet-wissen.de/geschichte/nationalsozialismus/auschwitz/index.html

Samstag, 27.7., 17 Uhr – Rubrik: „Wissen pflanzen“
Diktatur des Monetariats?
Ein Gespräch mit dem Germeringer Buchautor Ulrich Seibert über sein neues Buch.
Seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat der Neoliberalismus, ausgehend von den USA („Reagonomics“) die Welt erobert. Doch Neoliberalismus ist keine Fortschreibung der menschlichen Zivilisation, er ist das glatte Gegenteil: Neoliberalismus ist ein Rückfall in das längst überwunden geglaubte Recht des Stärkeren, in Zeiten von extremer Ausbeutung, die in seinen Ausprägungen der Sklavenhaltung und dem Imperialismus des vorletzten Jahrhunderts in nichts nachsteht, ein System, das Solidarität und Menschlichkeit gezielt unterdrückt, ein System, von dem selbst Papst Franziskus sagt: „Diese Wirtschaft tötet“.
Der Autor und Diplomkaufmann Ulrich Seibert geht in diesem Buch den Fragen nach, woher Neoliberalismus kommt, wer seine Akteure sind, wie dieses System installiert wurde, was die konkreten Auswirkungen sind, die uns alle betreffen und wer davon profitiert und wer nicht. Er versucht nachzuweisen, dass Neoliberalismus die großen Probleme unserer Zeit (z.B. Umweltzerstörung, Klimakrise), wenn nicht sogar verursacht, dann diese zumindest noch verschärft. Außerdem zeigt er auf, welche Möglichkeiten zur Umkehr es geben könnte und stellt Vorschläge für alternative Wirtschaftssysteme auf den Prüfstand.
Ulrich Seibert, „Die Diktatur des Monetariats. Neoliberalismus: Die Geißel des 21. Jahrhunderts“. Auf Platz 7 in den Top-10 in einer Amazon-Rubrik für Wirtschaft.
412 Seiten, ISBN-13: 9783741242656, 14,99 €.

Sonder-Session am Mittwoch, 17.7., 18 Uhr – Rubrik: „Wort & Tat“
Welche Zukunft haben die Fair Trade Stadt und der Eine-Welt-Laden FFB?
— Die Videoaufzeichnung des Gesprächs: https://youtu.be/zkuOZFljD6o. Dr. Walter Ulbrich stellte uns seine Rede zur Verfügung, die er anlässlich der Auszeichnung zum Fairtrade-Landkreises in Bayreuth hielt. Hier als PDF-Datei. Dazu die Folien-PDF-Datei.
Die TV-Sendung „Monitor“ berichtete am 18.7.19: „Wie Deutschland UN-Standards ausbremst“. —
Neben Gröbenzell, Puchheim, Olching und Germering wurde Fürstenfeldbruck als Fair Trade Stadt zertifiziert. Dazu heißt es: „Auch Fürstenfeldbruck ist Fair Trade Stadt. Doch die Auszeichnung ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein lebendiger Prozess, der immer weiter fortgeführt werden soll. So geht es darum, fair gehandelte Produkte in immer mehr Geschäften und öffentlichen Einrichtungen einzuführen. Und immer mehr Menschen für einen gerechteren Welthandel zu begeistern.“ Das Projekt Fair Trade gilt in Bruck neuerdings als gescheitert. Ebenso die Etablierung des Eine-Welt-Ladens der Caritas. Gibt es Chancen zur Erneuerung, welche Maßnahmen sind dafür notwendig?
Über Fair-Trade-Siegel, einen gerechten Welthandel in Zeiten des Klimawandels und über Möglichkeiten der Erneuerung sprachen miteinander:
Claudia Calabro, Brucker Stadträtin und bislang Sprecherin der Steuerungsgruppe „Fair Trade Stadt FFB“. Sie drängt auf eine aktive Förderung der Fair-Trade-Zielsetzungen durch die Stadtverwaltung.
Dr. Walter Ulbrich, Mitarbeiter beim Nord-Süd-Forum Fürstenfeldbruck und bei Campo Limpo Solidarität mit Brasilien e.V., Regionalbetreuer beim Oikocredit Förderkreis Bayern. Er fordert eine auf Gerechtigkeit beruhende Entwicklungszusammenarbeit, die vor allem Partnerschaft und Offenheit für das Lernen voneinander braucht.
Peter Wehrle, Mitglied in der Steuerungsgruppe in Olching und engagiert im AK „Fairer Handel und Konsum“ der Agenda 21 Olching.
Alfred Pichler, Kath.-Arbeitnehmerbewegung und im Team von „FFB im Wandel“. Er engagiert sich für sozialökologisches Walten im Alltag, im Handel, in der Produktion und in der lokalen Politik.

Die zweite Session: Freitag, 28.6., 19 Uhr – Rubrik: „Wissen pflanzen“
Im Namen der Menschenwürde: Grundgesetz und Menschenrechte
Wir zeigten im Livestream informative und künstlerische Videos:
Keine rechten Menschen, sondern Menschenrechte; Die Geschichte der Menschenrechte; Menschenrechte-Rap; Klimaschutz und Menschenrechte; Der Künstler Dani Karavan gestaltete die Straße der Menschenrechte in Nürnberg; Plakataktion zum 25. Jubiläum der Straße der Menschenrechte in Nürnberg; Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte gelesen von Klaus-Peter Wolf.
Zu sehen hier: https://youtu.be/U_1n0B7F7Ds

Die erste Session: Samstag, 15. Juni, 17 Uhr – Rubrik: „Gespräch am runden Tisch“
„Young and Old for Future“
Bürgerdialog zum Tag der offenen Gesellschaft – für eine tolerante und vielfältige Gesellschaft

Eine Zusammenkunft am runden Tisch in Bruck mit den Organisatoren der Bürgerdialog-Aktion von „unteilbar“ München. Wir regten die Einrichtung einer Initiativgruppe „Young and Old for Future“ an und Bruck zur „Friedensstadt“ zu erklären sowie das Projekt „Bäume für Menschenrechte“ im Landkreis zu realisieren. Ihre Zustimmung hierzu erklärten bereits einige Stadträte, Gewerkschaftsmitglieder, Sprecher aus Christenkreisen und anderen Gruppierungen.
Die 90-Min.-Computeraufzeichnung: https://youtu.be/CUofPRMWWuU
Eine Zusammenfassung in 19 Minuten: https://youtu.be/SApOshGnCSE


Themenbereiche:

Direkte Demokratie, Bürgerbeteiligung, Bürgerhaushalt
Frieden, Gedenkkultur, Bildung, Lebensweise, Mobilität, Verkehrsgestaltung, Mitwelt, Ökologie, Klima, Energie, Artenschutz, Klimaschutz, Konsum, nachhaltige Lebensstile, Ökonomie, Handel, Gemeinwohl, Wirtschaftsförderung, Boden, Bauen, Wohnen, Migration, Integration
Inklusion, Gleichberechtigung, Minderheiten, Armut, Arbeitslosigkeit, Arbeits(un)recht, Aktive Initiativen, Gruppierungen, Vereine
Vorträge, Lesungen, Präsentationen …

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