DemokraTisch

DemokraTisch in Bruck

Gespräche mit Stadträten, Aktiven, Ehrenamtlichen und jungen Menschen über gemeinwohlorientierte Stadt- und Landpolitik, Fragen demokratischer Bürgerbeteiligung, Frieden und Menschenwürde.
Unter der Überschrift „DemokraTisch in Bruck“ finden unter dem Dach der Sozialinitiative „BRUCKER BRÜCKE – das WIR stärken“ Begegnungen mit Stadträten und Aktiven am runden Tisch statt, zu Fragen demokratischer Bürgerbeteiligung und gemeinwohlorientierter Politik. Sie finden ohne Publikumsverkehr statt – aber in Anwesenheit von Vertretern der lokalen Presse.
Veranstalter: Bündnis „FFB im Wandel“, in Kooperation mit dem Herausgeberkreis des Internetportals „ffbaktiv.de“.


Am Donnerstag, 20.9., fand die zweite „DemokraTisch“-Begegnung statt.

Das Thema:

Flüchtlingspolitik und Menschenwürde: Ankerzentrum und Arbeitsrechtsbeschränkungen in FFB
Zur Diskussion stehende Fragen:
Demokratie, Menschenwürde und Flüchtlingspolitik: Wie geht es Geflüchteten in Bruck?
Einschränkung ihres Rechts auf Arbeit und Ausbildung: Kann die restriktive Kreispolitik verbessert werden und gibt es positive Beispiele?
Wie begegnen wir der rechtsextremen Propaganda gegen Geflüchtete und Asylbewerber?
Thesen:
Menschenrechte und Grundgesetz sprechen eine menschlichere Sprache als die praktizierte Politik.
Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und die Einschränkung des Rechts auf Arbeit und Ausbildung für Flüchtlinge bringen Menschen auf Protestdemonstrationen – aber was kann vor Ort anders gemacht werden?
Zum Meinungsaustausch kamen:
Willi Dräxler, Kreis- und Stadtrat FFB, Integrationsbeauftragter, Caritas-Fachreferent für Migration
Karin Geissler, Stadträtin und 3. Bürgermeisterin FFB
Hans-Heinrich Sautmann, Vorstandssprecher des Asylhelferkreises Eichenau
Esther Laschitz, Asylhelferin aus Puchheim
Henrik Schonlau, Betreuer der „unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen“ im Alveni-Jugendhaus der Caritas
Gäste: Mirella Heidegger, Jörn Weichold, Alfred Pichler
Gastgeber: Inge Ammon vom Asylhelferkreis FFB und Harald Buwert vom Bündnis FFB im Wandel und im Herausgeber-Team des Internet-Magazins ffbaktiv.de

Wir bieten zur Thematik ein Blatt mit diversen Infos und Links im PDF-Format zur Verwendung für alle an der Flüchtlingsarbeit Interessierten an.

Einschätzungen der Diskutanten über die Gesprächsrunde am 20.9.18

Hans Sautmann, Sprecher im Asylhelferkreis Eichenau:
Dank für die Einladung in Ihre Runde; es tut gut, Gleichgesinnte zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. Ich hoffe auf … weiteres, hartnäckiges Eintreten für eine menschlichere Gesellschaft ohne Rassismus, Hass und Spaltung.

Mirella Heidegger, Asylhelferin FFB:
Jeder Mensch hat das Recht zu arbeiten und sich zu bilden. Eine Einschränkung dieses Rechts aufgrund einer vermuteten begrenzten Aufenthaltsdauer ist nicht akzeptabel. Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten nützen allen: den Ausbildungsbetrieben, dem Staatshaushalt und natürlich in erster Linie den Geflüchteten selbst. Die Geflüchteten haben durch Arbeit selbst verdientes Geld und benötigen keine Unterstützung vom Staat. Durch ein eigenes Einkommen erlangen Geflüchtete Unabhängigkeit und Würde. Auch lernt man eine Sprachen am besten durch tägliche Übung, wo geht das besser als mit Arbeitskolleg*Innen und Mitschüler*Innen. Mit Kolleg*Innen und Mitschüler*Innen bekommt man Kontakt zu Einheimischen. Und aus Kontakten entstehen Freundschaften und die Teilnahme am sozialen Leben.


Am Donnerstag, 9.8., fand die erste „DemokraTisch“-Begegnung statt:
Im „Kreisboten“ vom 14.8.18 erschien hierzu ein Bericht:
https://www.kreisbote.de/lokales/fuerstenfeldbruck/diskussionsrunde-thema-toleranz-brucker-bruecke-10116521.html

Das Thema:
Toleranz? Ein Meinungsaustausch über Populismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus.
Die Fragen:
Wie gefährden Populismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus unsere Demokratie und unser nachbarschaftliches Miteinander?
Welche Aufklärungs- und Handlungsstrategien gibt es, um eine gemeinwohlorientierte und menschenwürdige Stadt- und Landpolitik zu gewährleisten?
Was können unsere gewählten Volksvertreter, sozialen Dienstleister, Ehrenamtlichen und Mitbürger für ein solidarisches Zusammenleben tun?
Thesen:
Martin Hohmann, AfD-Politiker in Hessen, erklärte der Frankfurter Rundschau, warum er der neurechten „Identitären Bewegung“ (IB) weitere Erfolge wünscht: „Weil sie dazu beiträgt, was gerade viele der Jüngeren immer wieder wünschen, dass unser politisches Leben bunt, phantasievoll und vielfältig ist“.
Richard von Weizsäcker: „Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.“
Karl Popper: „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“
Zum Meinungsaustausch kamen:
Willi Dräxler, Kreis- und Stadtrat FFB, Integrationsbeauftragter, Caritas-Fachreferent für Migration
Andreas Ströhle, Stadtrat FFB und Referent für Bürgerbeteiligung
Jeanne-Marie Sindani, Sozialwissenschaftlerin, Autorin, Asyl-Sozialberaterin bei der Caritas
Jonathan Grundmann, Student, Mitglied im Bündnis „FFB ist bunt, nicht braun“ und im Stadtjugendrat FFB
Detlef Arzt, Mitinitiator der Gröbenzeller Initiative „Wählt Demokraten, keine Populisten“
Margot Simoneit, Lehrerin, GEW-Mitglied und Sprecherin des Bündnis „FFB ist bunt – nicht braun“

Einschätzungen der Diskutanten über die Gesprächsrunde am 9.8.18

Jonathan Grundmann, Student, Mitglied im Bündnis „FFB ist bunt, nicht braun“ und im Stadtjugendrat FFB:
Der „DemokraTisch“ bietet Engagierten im sozialen Bereich und in der Kommunalpolitik eine in Fürstenfeldbruck bisher einzigartige Vernetzungsmöglichkeit. Ich bin mir sicher, dass aus den regelmäßigen Begegnungen gute und wichtige Initiativen für Bruck entstehen werden. Bei den nächsten Treffen sollte das Entwickeln von Lösungs- und Handlungsansätzen definitiv weiter in den Fokus gerückt werden. Der „DemokraTisch“ birgt großes Potenzial für die Umsetzung einer gemeinwohlorientierten Politik vor Ort durch die Vernetzung der Initiativen und Ehrenamtlichen.

Margot Simoneit, Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Sprecherin des Bündnis „FFB ist bunt – nicht braun“:
Ich fand es sehr interessant. Es sind viele wichtige Punkte angesprochen worden; ich hätte gerne noch mehr Grundlagen beigetragen, z.B. wird ja heute statt von „Rassismus“ eher von „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ gesprochen …

Willi Dräxler, Stadtrat in FFB, Integrationsreferent:
… ein engagierter und kompetenter Kreis mit einer intensiven Diskussion. Meinungsverschiedenheiten gab es unter den Diskutanten praktisch keine, allerdings haben die vielen Erfahrungen, Aspekte und Sichtweisen nicht nur die Diskussion sehr gut angeregt, sondern auch den eigenen Blick erweitert und das Hintergrundpotential ergänzt … Ein Dilemma sehe ich in dem Umstand, dass viele Menschen in einer Gemeinschaft nicht wahlberechtigt sind. Wer das Wahlrecht nicht besitzt, ist ausgeschlossen … Die Beteiligungskultur, aktiv wie passiv, ist unbedingt zu verbessern. Dies gilt sowohl für die Wahlberechtigung als auch für die tatsächliche Wahlbeteiligung. Die Bildungseinrichtungen, aber auch die Bürgerinnen und Bürger sind angehalten, sich für die politische Mündigkeit und Teilhabe aller Menschen einzusetzen, sowie das Interesse an der Demokratie zu fördern. Wir wollen eine Welt, in der Rassismus und Diskriminierung keinen Platz hat. Wir wollen keine Welt, die durch ein großes wirtschaftliches Gefälle gezeichnet ist und wollen auch keine Gesellschaft die unter dem Diktat der Finanzmächte gestaltet wird. Dies gilt für das Zusammenleben in einer kleinen Stadt, wie auch für die kosmopolitische Gesellschaft.
Willi Dräxler äußerte sich zum Thema noch ausführlicher:
Hier nachzulesen.

Detlef Arzt, Mitinitiator der Gröbenzeller Initiative „Wählt Demokraten, keine Populisten‘ und Verfechter des Mottos ‚Rumsitzen und Zuschauen ist zu wenig, es muss etwas geschehen“:
Ich war und bin noch immer schwer beeindruckt. Beeindruckt von dem, was ich von den Mitdiskutanten gehört habe. Am interessantesten war das, was ich aus dem Munde der bewundernswerten Buchautorin und Caritas-Mitarbeiterin Jeanne-Marie Sindani gehört habe. Wir haben hierüber intensiv diskutiert. Die Tatsache, dass es vielen Eltern von Flüchtlings-, Asylbewerber- und/oder Migrantenkindern im Raum FFB kaum mehr gelingt, ihre Kinder dazu zu bewegen, weiterhin in die Schule zu gehen, weil sie dort in unglaublicher Weise verbal und nonverbal gedemütigt … werden, ist ebenso schrecklich wie kaum zu glauben … Wir haben darüber beraten, was man tun kann, um die Ursachen der unerträglichen Missstände, die exakt das Gegenteil von Toleranz darstellen, zu beseitigen … Wir waren uns am DemokraTisch ziemlich sicher, dass schon am Wahlabend des 14. Oktober sich gerade diejenigen wundern dürften und wundern sollten, welche die angeprangerten Verhaltensweisen betreiben und/oder fördern.
Das ausführliche Statement von Detlef Arzt ist hier zu lesen.

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